Qualität bei Kleidung erkennen: Darauf solltest du achten
Stoff, Nähte, Futter und Verarbeitung: So erkennst du, ob ein Kleidungsstück gut gemacht ist und lange hält, auch wenn es Second-Hand ist.
Kurz gesagt
- Fang beim Etikett an: Die Materialzusammensetzung verrät, wie sich ein Stoff trägt und abnutzt.
- Schau dir die Nähte an: kleine, gleichmäßige Stiche und eine saubere Verarbeitung auf der Innenseite.
- Achte auf die Details: Futter, Knöpfe, Knopflöcher, Reißverschlüsse und Saum.
- Bei Second-Hand-Kleidung siehst du, wie sich ein Teil hält: Was nach Jahren noch schön ist, ist gut gemacht.
Bei Second-Hand-Kleidung hast du einen Vorteil: Du siehst schon, wie sich ein Kleidungsstück nach dem Tragen und Waschen hält. Ein Pullover, der nach ein paar Jahren noch schön ist, ist von guter Qualität. Aber woran erkennst du diese Qualität? Mit diesen Punkten beurteilst du ein Kleidungsstück, im Laden oder auf Fotos.
Lies die Materialzusammensetzung
Auf dem Etikett steht in Prozent, woraus der Stoff besteht. Bei Kleidung, die in der EU verkauft wird, ist das Pflicht. Naturfasern wie Wolle, Kaschmir, Seide, Baumwolle und Leinen sind atmungsaktiv und fühlen sich angenehm an. Synthetische Fasern wie Polyester, Polyamid (Nylon) und Acryl sind strapazierfähig und günstig, aber weniger atmungsaktiv. Viskose, Modal und Lyocell liegen dazwischen: Sie werden in einem chemischen Verfahren aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, meist aus Holz.
| Stoff | Eigenschaften | Zu beachten |
|---|---|---|
| Wolle | Warm, atmungsaktiv, schmutzabweisend | Kann kratzen; kühl und schonend waschen |
| Kaschmir | Weich, leicht und warm | Bildet durch Reibung Knötchen; die Qualität schwankt stark |
| Baumwolle | Strapazierfähig, atmungsaktiv, leicht zu waschen | Kann im Trockner einlaufen |
| Leinen | Kühl und robust, wird mit der Zeit weicher | Knittert schnell |
| Seide | Leicht, glänzend, angenehm auf der Haut | Empfindlich gegenüber Hitze, Sonne und Reibung |
| Viskose | Fällt fließend, fühlt sich kühl an | Im nassen Zustand empfindlich; kann einlaufen |
| Polyester | Strapazierfähig, knittert wenig, trocknet schnell | Weniger atmungsaktiv; gibt beim Waschen Mikrofasern ab |
| Acryl | Günstige Alternative zu Wolle | Bildet schnell Knötchen |
Ein Mix kann sinnvoll sein
Ein kleiner Anteil Elasthan macht eine Hose oder ein Oberteil bequemer, und Wolle mit etwas Polyamid ist robuster. Ein hoher Anteil Acryl oder Polyester in einem Pullover bedeutet meist, dass er schneller Knötchen bildet.
Schau dir die Nähte an
- Stiche: klein und gleichmäßig. Große, lockere Stiche lösen sich schneller.
- Innenseite: Ordentlich versäuberte Nähte fransen nicht aus.
- Nahtzugabe: Bei gut verarbeiteter Kleidung steckt etwas zusätzlicher Stoff in der Naht, sodass du ein Kleidungsstück bei Bedarf weiter machen lassen kannst.
- Muster: Bei Streifen und Karos laufen die Linien bei guter Kleidung über die Nähte hinweg weiter.
- Festigkeit: Zieh vorsichtig an einer Naht. Siehst du kleine Löcher oder Fäden, ist die Naht schwach.
Achte auf die Verarbeitung
- Futter: Eine Jacke oder ein Blazer mit Futter fällt schöner und hält länger. Das Futter sollte nicht spannen.
- Knöpfe und Knopflöcher: fest angenäht, mit dicht genähten Knopflöchern. Ein Ersatzknopf ist ein gutes Zeichen.
- Reißverschlüsse: laufen leicht und liegen flach.
- Saum: gerade und sauber, bei eleganter Kleidung mit genug Stoff, um das Teil bei Bedarf zu verlängern.
Fass den Stoff an und sieh genau hin
Halt den Stoff gegen das Licht: Dicht gewebter oder gestrickter Stoff ist meist robuster als Stoff, durch den du hindurchsehen kannst. Drück Wolle zusammen und lass los: Gute Wolle federt zurück. Und schau dir die Stellen an, die am schnellsten verschleißen: Achseln, Kragen, Manschetten, Gesäß und die Innenseite der Oberschenkel.
Eine Marke ist keine Garantie
Eine teure Marke ist nicht automatisch besser verarbeitet, und eine günstige Marke nicht automatisch schlecht. Achte deshalb vor allem auf das Kleidungsstück selbst. Das Schöne an Second-Hand-Kleidung: Die Zeit hat schon einen Teil der Arbeit erledigt. Was nach Jahren noch gut aussieht, ist meist gut gemacht. Und mit der richtigen Pflege bleibt das auch so.
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Häufige Fragen
Woran erkennt man gute Qualität bei Kleidung?
Achte auf die Materialzusammensetzung auf dem Etikett, kleine und gleichmäßige Stiche, eine saubere Verarbeitung auf der Innenseite, ein Futter bei Jacken und Blazern und fest angenähte Knöpfe. Bei Second-Hand-Kleidung siehst du außerdem, wie sich das Teil nach dem Tragen gehalten hat.
Sind natürliche Stoffe immer besser?
Nicht immer. Naturfasern sind atmungsaktiv, aber die Qualität der Faser und die Verarbeitung zählen genauso viel. Ein fester Stoff mit einem kleinen Anteil Synthetik kann länger halten als ein locker gestrickter Pullover aus reinem Naturmaterial.
Warum bekommt mein Pullover Knötchen?
Knötchen (Pilling) entstehen, wenn sich durch Reibung kurze Fasern lösen und kleine Kügelchen bilden. Das passiert schneller bei weichem, lockerem Strick und bei Acryl oder Mischungen mit Kunstfasern.
Quellen
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